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05. Juni 2020
Newsletter der deutschen provinz der Jesuiten - 06/20
Kann ein Buddhist auch ein Christ sein? Mit solchen Fragen musste sich P. Hans Wehmeyer SJ lebenslang auseinandersetzen. Kurz vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil kam er als Missionar nach Japan. Was bedeutet das konkret? Wie verstanden die Jesuiten damals Mission und wie war dies vereinbar mit der japanischen Kultur, die der deutschen so fern ist? Diese und noch mehr Fragen beantwortet P. Wehmeyer SJ in seinem Interview. Mehr erfahren

EDITORIAL

Sehr geehrte(r)  , 

der minutenlange Kniefall des Bischofs von El Paso zum stillen Gedenken an den Tod des Schwarzen George Floyd in den USA war ein starkes Zeichen. Bei allem Protest weltweit sollten wir aber auch den alltäglichen Rassismus bei uns in den Blick nehmen. Dieser ist sicher nicht so extrem, aber trotzdem weit verbreitet und zeigt sich in vielen Formen: bei Behörden, in Schulen, beim Einkaufen. Selbst Fußballspieler, die in Deutschland geboren und hier aufgewachsen sind, Deutsch sprechen wie alle anderen, werden während des Spiels rassistisch beleidigt. Rechtsextreme Aussagen werden in Parlamenten gesprochen und in Sozialen Medien geteilt. Aus meiner eigenen Arbeit mit Flüchtlingen weiß ich sehr gut, dass Rassismus schon viel früher beginnt: Die spürbaren Blicke, das Wegsetzen im Zugabteil, allein schon die Frage nach der Herkunft. Man gibt Menschen nicht die Chance, sich daheim zu fühlen. Es ist schlimm, für etwas beleidigt zu werden, was einem angeboren ist, wofür man nichts kann.

Jeder von uns ist da gefordert: Es gilt, solche Geschichten wahrzunehmen, sie anzuhören und nicht gleich zu beschwichtigen, dass alles nicht so schlimm ist. Natürlich gilt es auch einzuschreiten, wenn wir in der Tram, im Zug, Supermarkt oder sonst wo Beleidigungen oder unfaire Behandlungen von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe mitbekommen. Wer nur stumm zu- oder wegschaut und Unrecht geschehen lässt, macht sich mitschuldig. Als Christen dürfen wir auch niemals zulassen, dass die Bibel politisch missbraucht wird, sondern müssen deren Botschaft zur Geltung bringen: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7)

Ich wünsche uns allen einen wachen Blick.

Ihr Pater Martin Stark SJ
Leiter Kommunikation & Fundraising


Pater Martin Stark SJ

Spendenaufruf
Neue Spirituelle Angebote

Die Corona-Krise macht deutlich: Beziehungen sind für uns überlebenswichtig! Noch grundlegender, gerade in Unsicherheit und Angst, ist unsere Beziehung zu Gott. Manchmal scheint er weit weg. Wir Jesuiten sehen uns dazu aufgerufen, tiefer zu verstehen, wovon der Hl. Ignatius überzeugt war: Gott versucht immer, uns nahe zu sein. Es gilt zu erkennen, wohin Gott uns ruft und zu lernen, wie wir helfen und Menschen den Weg zu Gott zeigen können. Momentan sind Exerzitien-Kurse oder große Gottesdienste nicht möglich. Aber wir entwickeln Neues: Online-Exerzitien, die „Ignatianische Nachbarschaftshilfe“, Video-Impulse, Hausgottesdienste. Die Nachfrage ist groß. DANKE, wenn Sie uns dabei mit Ihrer Spende unterstützen!

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Dag Heinrichowski SJ bei Dreh-Arbeiten.

Publikation
Die Menschen Lügen. Alle

In Zeiten von Fake News und Verschwörungstheorien ist der zweieinhalbtausend Jahre alte Psalm „Die Menschen lügen. Alle.“ nach wie vor aktuell. Selbst in Friedenszeiten neigen auch einige Regierungen zum Autoritäten, „auch in der Verkündigung ihrer oft verlogenen Wahrheiten“, schreibt Stefan Kiechle SJ im Editorial der aktuellen Ausgabe der „Stimmen der Zeit“. Eine positive Perspektive entwickelt er mit kritischem Blick auf den Wahrheitsbegriff und unsere moderne Kommunikation.

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Aktuelles

Andre Atsu leitet den JRS Ostafrika.

JRS warnt vor Hungersnot in Afrika

Der Regionaldirektor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes in Ostafrika, Andre Atsu, erwartet für die dortige Bevölkerung schwere wirtschaftliche Jahre und eine Hungersnot. Grund dafür seien die coronabedingten Lockdowns, die besonders die Tagelöhner und deren Familien hart träfen, sagte Atsu dem "missio magazin". Dazu kämen Zehntausende Menschen in Kenia, Uganda und Somalia, die von den schlimmsten Regenfällen seit Jahren heimgesucht worden seien. Ganze Gegenden stünden unter Wasser. Auch wüteten seit Monaten riesige Heuschreckenschwärme und vernichteten die Ernte. Die Ressourcen der Regierungen seien schon jetzt erschöpft. Die größte Gefahr sieht er woanders.

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Johannes Wallacher.

Hochschule bestätigt Präsidenten

Johannes Wallacher wird für eine vierte Amtszeit als Präsident die Hochschule für Philosophie München (HFPH) der Jesuiten leiten. Vorausgegangen waren die Wahl durch den Senat der Hochschule und die Bestätigung durch die Kongregation für das Katholische Bildungswesen in Rom, wie der Großkanzler der Hochschule und Generalobere der Gesellschaft Jesu, P. Arturo Sosa SJ, mit Schreiben vom 20. Mai 2020 mitteilte. Zudem wählte der Senat Michael Reder, Professor für Praktische Philosophie an der HFPH, zum neuen Vizepräsidenten.  Wallacher will den  eingeschlagenen Weg der Profilierung der Philosophie als Orientierungswissenschaft konsequent weiterverfolgen.

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Abschied von P. Adolfo Nicolás SJ.

Früherer Generaloberer gestorben

Pater Adolfo Nicolás SJ, Generaloberer der Gesellschaft Jesu von 2008 bis 2016, ist im Alter von 84 Jahren in Tokio gestorben. Schwerpunkt seiner Amtszeit als Generaloberer war die Neustrukturierung des Ordens; angesichts der weiterhin rückläufigen Mitgliederzahl (2008: 18.820; 2015: 16.740) reduzierte er die Zahl der Provinzen und Regionen weltweit. "Je weniger Mitglieder die Provinzen haben, umso weniger sind sie in der Lage, einen qualitätsvollen Dienst aufrecht zu erhalten", begründete er dies. "Es ist Zeit, sie zu verändern, weil die Welt sich sehr verändert hat." Der Wandel sei notwendig, nicht weil etwas nicht mehr funktioniere, sondern um sich an neue Zeiten und Notwendigkeiten anzupassen. Doch der wichtigste Moment seiner Amtszeit hatte nichts mit der Umstruktuierung zu tun.

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Papst lädt zur Laudato Si'-Woche ein

Der Spirit von "Laudato Si'"

Was Papst Franziskus vor fünf Jahren in seinem Rundschreiben Laudato si' zur Sprache brachte, ist aktueller denn je. Deshalb freut sich Christoph Albrecht SJ über alle Versuche, seinen dringenden Aufruf in Erinnerung zu rufen und ihn noch mehr Menschen zugänglich zu machen. Franziskus selbst hatte ja das Schreiben mit den Worten eingeleitet: "Angesichts der weltweiten Umweltschäden möchte ich mich jetzt an jeden Menschen wenden, der auf diesem Planeten wohnt." (LS, 3) Er selbst hielt im März dieses Jahres eine Videobotschaft, in der er an die Dringlichkeit erinnert. Darin wiederholt er seine Frage: "Was für eine Welt wollen wir denen hinterlassen, die nach uns kommen, den Kindern, die aufwachsen?" (LS 160) Daher hat der Papst zur Teilnahme an einer weltweiten Kampagne aufgerufen.

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Weitere Artikel

Jesuiten-ABC

Was ist das ignatianische Magis?

In vier sogenannten Präferenzen hat sich der Jesuitenorden weltweit eine inhaltliche Ausrichtung für die nächsten Jahre gegeben. Was genau dies bedeutet und welche Inhalte dies sind, stellen wir Ihnen hier im Laufe des Jahres Präferenz für Präferenz vor. Wir erläutern, was im Allgemeinen die Präferenzen heißen und wie der Orden sie mit Leben füllt. Die erste Präferenz zielt auf die Spiritualität des Ordens ab und wie die ignatianische Spiritualität den Menschen hilft, einen Weg zu Gott zu finden. Das Wort „magis“ bringt diese Spiritualität auf den Punkt, man spricht vom „ignatianischen mehr“. Das klingt zwar zunächst nach Leistungsdünkel, hat aber eine tiefe spirituelle Dimension. P. Stefan Kiechle SJ beschreibt für uns dieses Kernstück jesuitischer Spiritualität.

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Feiertage

Pfingstmomente im eigenen Alltag

50 Tage nach Jesu Auferstehung haben wir Pfingsten gefeiert. Dabei erinnern wir uns, wie der Heilige Geist auf die Jünger herabgekommen ist und sie befähigt hat, die frohe Botschaft in der ganzen Welt und in allen Sprachen zu verkünden. Der Heilige Geist wirkt auch heute in uns. Aber wie? Was ist Pfingsten für Sie? Und was sind Ihre Pfingstmomente? Der junge Jesuit Dag Heinrichowski SJ studiert in Paris Theologie. Er berichtet von seinen ersten Schritten in einer neuen Sprache und den damit verbundenen Pfingstmomenten in seinem Alltag - auch abseits vom christlichen Feiertag.

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Klick-Tipp

Der Gottsucher - Crowdfunding

Vielleicht kennen Sie die Jesuiten schon seit einiger Zeit und haben sich zuweilen auch gefragt, was deren „Geheimnis“ sein könnte. Das „Geheimnis“ ist eine tiefgründige Art, Gott zu suchen: die Ignatianischen Exerzitien. Sie wurden von Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens, entwickelt. Wenn Sie uns helfen wollen, diese lebensverändernde Geschichte zu verbreiten und zu teilen, können Sie dies tun, indem Sie unser neues Filmprojekt mit dem Titel: "Ignatius - der Gottsucher" unterstützen.

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