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11. Oktober 2020
Newsletter der deutschen provinz der Jesuiten - 10/20
Barmherzigkeit - ganz realpolitisch: "Wie viel gesellschaftlichen Frieden habe ich gesät?" Die neue Enzyklika von Papst Franziskus wagt den "Traum von einer einzigen Menschheit". Pater Andreas R. Batlogg SJ (München) stellt sie uns vor. Mehr erfahren

EDITORIAL

Sehr geehrte(r)  , 

über das Wort „Geschwisterlichkeit“, das Papst Franziskus zum Thema seiner neuen Enzyklika macht, musste ich die letzten Tage viel nachdenken. Es klingt ja ein bisschen naiv – so wie wir aus dem Gottesdienst die Anrede als „Brüder und Schwestern“ gewohnt sind.

Doch als Jüngstes von 5 Kindern weiß ich sehr gut, dass man sich Freunde aussuchen kann, aber Geschwister nicht. Die muss man nehmen, wie sie sind. Bei uns zuhause ist es hoch her gegangen. Wir haben uns gestritten, gerauft, waren eifersüchtig aufeinander – aber über all die Jahre haben wir gelernt, uns zu versöhnen, miteinander zu teilen und uns gegenseitig zu helfen. Eltern sterben irgendwann, Geschwister aber bleiben. Für mich sind es die prägenden Menschen meines Lebens.

Brüder und Schwestern können Gefährten und Freunde sein. Sie können sich aber auch zu Gegnern und Widersachern entwickeln. Geschwister können ein Segen oder ein Fluch sein. Die ersten Kapitel der Bibel sind voll von schwierigen Geschwisterbeziehungen.

Wie wir mit uns und der Welt umgehen, hat viel damit zu tun, welche Erfahrungen wir selbst als Kind oder als Geschwister gemacht haben. Wie in der Familie kann ich mir die Menschen, mit denen ich zu tun habe, nicht aussuchen. Mit manchen verstehe ich mich gut, mit anderen nicht. Aber ich muss mit allen leben. Geschwisterlich miteinander umgehen heißt, die Unterschiede der anderen, die je eigenen Gaben und Fehler zu schätzen - dies ist die Grundvoraussetzung für gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme -, das heißt sich nicht unbedingt zu lieben, aber zusammenzuhalten, wenn es drauf ankommt.

Die Coronakrise hat gezeigt, dass Solidarität grenzüberscheitend sein muss. Wenn wir Gott in unserer Gesellschaft gegenwärtig machen, hilft dies, uns als Familie, als Brüder und Schwestern zu begreifen, die alle miteinander in einem Boot sitzen.

Danke für Ihr Interesse und Ihre Verbundenheit

Ihr Pater Martin Stark SJ


Pater Martin Stark SJ

Priesterweihe
Aus Liebe zu Gott

Die Jesuiten waren ihm eigentlich immer eher suspekt und Theologie zu abstrakt. Dennoch ist Martin Föhn 2010 in die Gesellschaft Jesu eingetreten und hat dort seine lange Studienzeit abgeschlossen. Und obwohl er Fragen zur Kirche als System als berechtigt ansieht, wird er nun am 17. Oktober in Zürich die Priesterweihe empfangen. Darüber, was ihm Hoffnung gibt und welche wertvollen Schätze er Menschen vermitteln möchte, spricht er im Interview.

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Aufgrund der Corona-Bedingungen werden wir die Priesterweihe am Samstag den 17. Oktober live auf YouTube übertragen.

Martin Föhn SJ

Spendenprojekt
Hilfe zum Perspektivwechsel

Seit der Virus Covid19 unseren Alltag bestimmt, erreichen uns im Orden sehr viele Anrufe von Menschen, die durch die erzwungene Isolation und den Mangel an Kontakten in tiefe persönliche Krisen fallen. Die Nachfrage nach Seelsorge ist groß. Die Frage ist: Was kann Seelsorge bewirken? Die ignatianische Spiritualität ermutigt unter anderem dazu, die Perspektive zu wechseln. Den Blick zu weiten. Hin zu dem, was selbst in der Herausforderung gut gelaufen ist. Es ist oft erstaunlich, was da entdeckt werden kann. Seelsorge braucht Ressourcen, Zeit, Raum. Mit einer Spende für die Seelsorge durch Jesuiten tragen Sie dazu bei, mehr Ressourcen zu schaffen. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, Menschen in Notsituationen durch Seelsorge wirksam begleiten zu können.

Bitte spenden!

P. Beschorner im Gespräch.

Aktuelles

P. Stanislaus Lourdusamy SJ

Jesuit wegen Terrorismusvorwurf festgenommen

Die indische Bundespolizei hat am 8. Oktober den Jesuitenpater Stan Lourduswamy festgenommen. „Pater Swamy“ kämpft für die Rechte der indigenen Adivasi im Bundesstaat Jharkhand. Die Behörden werfen ihm vor, „aufrührerische Reden“ gehalten zu haben, die zu gewaltsamen Protesten geführt hätten. Jetzt soll der 83-Jährige ins 1.500 km entfernte Mumbai gebracht werden. Menschenrechtsaktivisten kritisieren die Festnahme scharf, seine Mitbrüder haben eine Online-Petition gestartet. Pater Swamy weist die Vorwürfe von sich und ließ aus der Haft eine Botschaft ausrichten.

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P. Mertes SJ bei seiner Verabschiedung.

Neues Reliquien-Denkmal für Petrus Canisius

Kein Tag, ohne eine Linie zu ziehen: Das ist der Titel des Siegerprojekts für das neue Denkmal in der Kathedrale von Fribourg (Schweiz) mit den Reliquien von Nikolaus von Myra, Niklaus von Flüe und des Jesuiten Petrus Canisius. Die Reliquien der beiden Erstgenannten befinden sich bereits in der Kathedrale, die sterblichen Überreste von Canisius werden Ende April 2021 in die Kathedrale überführt. Ein wichtiges Datum für die Jesuiten: Am Gedenktag und im 500. Geburtsjahr von Canisius wird die neue zentraleuropäische Jesuiten-Provinz gegründet, zu der Deutschland, Österreich, die Schweiz unnd Litauen gehören.

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Studierende von St. Georgen.

Zwei junge Männer legen Noviziatsversprechen ab

Zwei junge Männer haben in Nürnberg im Rahmen einer Eucharistiefeier ihr sogenanntes Noviziatsversprechen abgelegt, mit dem sie die zweijährige Noviziatszeit beginnen und die Reise im Jesuitenorden starten. . Einer von ihnen kommt aus Litauen. Justinas Bučys ist 1983 in Vilnius geboren. Er hat an der Technischen Universität in Vilnius Architektur studiert und dort auch und seine Promotion gemacht. Der zweite ist Pettar Bajlovic. Er ist 1996 in Stockholm geboren. Er studierte Politikwissenschaft an der Universität in Stockholm und hat mit dem Bachelor abgeschlossen. Danach ging er für ein Jahr zum Philosophiestudium an das Newman Institut in Uppsala.

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Die neue JESUITEN-Ausgabe.

Stadtrat gibt grünes Licht für eine Vision

In der Stadtratssitzun Anfang Oktober stimmten die Stadträte aller Fraktionen einstimmig für den Bau der Heinrich Pesch Siedlung. Diese soll westlich des HPH entstehen und  mit 550 Wohnungen Platz für bis zu 1.500 Menschen bieten. „Ich bin dankbar, dass wir mit diesem deutlichen Rückenwind durch den Stadtrat nun beginnen können, nach den Jahren der Planung und Vorbereitung, unsere Überlegungen zu nachhaltigen, sozialen und ökologischen Konzepten des Zusammenlebens für die Stadt Ludwigshafen in die Tat umzusetzen“, sagte der Direktor des Heinrich Pesch Hauses, Pater Tobias Zimmermann SJ. Sein Dank galt dem Team, das dieses Projekt den langen Weg von den Idealen zu konkreten Konzepten vorangetrieben habe. 

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Weitere Artikel

Erfolgsgeschichte

Mit Gottes Hilfe im Schlauchboot

"Mit 17 Jahren und sechs Monaten habe ich meine Heimat in Guinea verlassen. Allein. Meine Mutter und die vier Geschwister leben noch dort“, erzählt Moussa Kaba. Seitdem sind gut vier Jahre vergangen. Im Abuna-Frans-Haus in Essen hat der geflüchtete Moslem ein neues Zuhause, aber auch eine Zukunft gefunden: Moussa Kaba hat Deutsch gelernt und die Bäckerlehre beendet. Dass er nach einer Odyssee von Afrika nach Europa gelangte und in der Wohngemeinschaft mit den Patres Lutz Müller SJ und Ludger Hillebrand SJ landete, betrachtet er als großes Geschenk.

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Moussa Kaba beim Backen.

Zukunftswerkstatt SJ

"Den Traum Gottes für mein Leben entdecken"

Seit September gibt es eine neue Mitarbeiterin in der Zukunftswerkstatt: Sr. Silvia Bereczki. Sie wird neben Clemens Blattert SJ den Gästen als geistliche Begleiterin zur Verfügung stehen. Andreas Feige, der gerade für eine Auszeit Plus in der Zukunftswerkstatt zu Gast ist, hat mit ihr über ihre ersten Eindrücke, ihren Ausbildungs- und Berufungsweg und ihre Träume als junge Frau gesprochen.

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Sr. Silvia mit Andreas.

Klick-Tipp

"Ein Pod Kaffee" mit Michael Bordt SJ

Was bedeutet es eigentlich ein erfülltes Leben zu führen? Philipp und Tjorven laden in ihrem Podcast 'Ein Pod Kaffee' alle zwei Wochen Gäste ein, von denen sie das Gefühl haben, dass sie dieser Frage in ihrem Leben schon begegnet sind. Ein Pod Kaffee handelt von der Suche nach Sinn und Erfüllung, von inspirierenden Lebensgeschichten und von bunten Anekdoten aus dem Leben. In der letzten Folge war P. Michael Bordt SJ zu Gast mit dem Thema "Jenseits von richtig und falsch".

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