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27. März 2020
Ignatianische NachbarschaftsHIlfe
Sehr geehrte(r) Herr Heider,

in Krisenzeiten werden der Alltag und das Gewöhnliche auf den Kopf gestellt. In der Krise wird der Tätigkeitsdrang eingeschränkt, Zukunftsängste oder Ängste, um die eigene Gesundheit oder von Verwandten können aufsteigen, unsere Pläne oder gar Lebensträume werden durchkreuzt. Wir sind verstärkt auf uns selbst geworfen und verspüren Ohnmacht oder innere Unruhe. Zuletzt hinterfragen wir unter Umständen sogar die eigenen Prioritäten und die Ausrichtung des Lebens.

Der Gründer des Jesuitenordens, der Hl. Ignatius von Loyola, erlebt selbst eine Krise, in welcher all diese Aspekte eine Rolle spielen. Sein Ziel ist es ursprünglich eine Karriere am Königshof zu machen und das Herz einer Prinzessin zu erobern. Voller Tatendrang will er die Festung in Pamplona gegenüber einem angreifenden Heer verteidigen. Während des Kampfes wird er schwer am Bein verletzt; es ist der Beginn seiner Krise. Er ist ans Krankenbett gefesselt und hat Angst sein Bein könnte krumm zusammenwachsen; sein Traum einer Karriere am Königshof scheint in Gefahr. Ohne viel Ablenkung ist er auf sich selbst geworfen und muss sich selbst aushalten; er verspürt eine Ohnmacht. Er ist hin- und hergerissen einerseits von der Vorstellung am Königshof Karriere zu machen und das Herz der Prinzessin zu erobern, andererseits von der Vorstellung Christus nachzufolgen und wie die Heiligen zu leben. In der Phase seiner persönlichen Krise überdenkt er seine eigenen Prioritäten, er hinterfragt die Ausrichtung seines Lebens und er nimmt in der Tiefe seines Herzens Gott wahr.

Sicherlich ist für viele von Ihnen die jetzige Krise eine Herausforderung, aber vielleicht kann sie für einige von Ihnen auch eine Chance darstellen, indem wir in dieser Zeit verstärkt bewusst in uns hineinhören und auf uns selbst geworfen sind, alle Ablenkungen wie Handy, Internet, Fernsehen bewusst unterbrechen, indem wir in der Tiefe unseres Herzens in der Begegnung mit unseren Ängsten, mit unserer Ohnmacht oder inneren Unruhe und mit unseren Fragen Gott wahrnehmen, uns von ihm herausfordern lassen und die Prioritäten unseres Lebens überdenken, ja vielleicht sogar langfristig einige Stellschrauben im Leben verändern können.

Wenn wir so Gott in unser Leben eintreten lassen, so meine Überzeugung, werden wir auch immer mal wieder verspüren, dass Gott nahe ist und uns begleitet.

Die Nähe Gottes und seinen Segen wünsche ich Ihnen allen in den Herausforderungen dieser Wochen.

Ihr Christian Braunniger SJ (Bonn)


Christian Braunigger SJ

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