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26. April 2020
Ignatianische NachbarschaftsHIlfe
Sehr geehrte(r) Pater ,

ein Gefühl, mit dem ich mehr und mehr umgehen muss, ist Wut. Aus den Regeln zur Unterscheidung der Geister weiß ich, dass es wichtig ist, Gefühle zunächst einmal wahrzunehmen, so wie sie sind, und sie nicht zu bewerten, in diesem Fall: sie nicht negativ zu bewerten.

Ich gehe an einem leeren Spielplatz entlang; drei bewaffnete Polizisten stehen vor einem kleinen Jungen, der weint; die Polizisten nehmen die Personalien der Mutter auf. Oder: Eine Oma steht an der Kasse und hält den Abstand nicht ein; sie wird von anderen Kunden angeblafft: „Bleiben Sie zu Hause! Wegen Ihnen müssen wir doch alle diese Maßnahmen machen.“ Oder: Ich höre die Berichterstattung über Applaus für das Pflegepersonal: Wer applaudiert eigentlich den alleinerziehenden Müttern; ist mit Applaus überhaupt jemandem gedient? Ich sehe am Rande des Fernsehschirms flimmern „Der Norden hält zusammen“ und fühle: „Solidaritätskitsch“. Ich höre, dass Anwälte ein Altersheim, in welches das Virus gedrungen ist, wegen „fahrlässiger Tötung“ verklagen und fasse mich an den Kopf. Und so weiter.

Ich lasse die Wut in mir zu. Ich lege mir kein Wut-Verbot auf, wenn ich gleichzeitig doch zurückhaltend sein will, über den Sinn oder Unsinn der gegenwärtigen Anti-Corona-Maßnahmen zu urteilen. Ich will ja auch kein Besserwisser sein, der es besser weiß als die Politiker und Virologen. Es ist wohl so, wie es Ignatius einmal an einen Mitbruder sinngemäß schrieb: Es kann sein, dass derselbe Heilige Geist die eine Person in diese Richtung bewegt und eine andere Person gleichzeitig in die gegenteilige Richtung. Die Wut ist ein Zeichen dafür, dass es etwas zu schützen und bewahren gilt, dass genauso wertvoll ist wie die Gesundheit. Und das darf und muss sich in diesen Tagen auch zu Wort melden dürfen. Unbedingt!

Herzliche Grüße aus dem Schwarzwald,
Ihr Pater Klaus Mertes SJ (St. Blasien)

Klaus Mertes SJ

Jesuiten Vor ort
Wien: Kunst und Unterstützung

In der Konzilsgedächtniskirche in Wien Lainz, die von Jesuiten betreut wird, hat man sich für die Zeit der Corona-Krise einiges ausgedacht. Im Altarraum der Kirche wurde eine Kunst-Installation eingerichtet. Die Installation besteht aus alten und neuen Messgewändern. Das Leitmotiv ist die Vorstellung des leeren Grabes, nur die Tücher waren geblieben. Es bleiben die leeren Gewänder, wenn keine Messe gefeiert werden kann. Doch auch praktische Hilfe wird angeboten. Wer in Wien Unterstützung im Alltag benötigt oder einfach jemanden zum Plaudern braucht, kann sich in der Pfarrei von Pater Gustav Schörghofer SJ melden.

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Kunst-Installation im Altarraum

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