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14. März 2026
Ignatianische NachbarschaftsHIlfe
Vor dem Sonnenaufgang verfärbt sich der dunkle Nachthimmel am Horizont gelb und orange.

Sehr geehrte(r) Herr Bichlmayer, 

die Leseordnung des morgigen Sonntags sieht einen längeren Text aus dem Johannesevangelium vor. Ein blind Geborener wird durch die Berührung und das Gespräch mit Jesus sehend – und das schrittweise. Auch im Markusevangelium (8,22–26) wird erzählt, wie ein Blinder durch Jesu Berührung klarer sehen lernt. Diese Entwicklung ist im Johannesevangelium viel ausführlicher gestaltet und führt vom physischen Sehen-Können zu einer inneren Glaubenserkenntnis.

Wer ist Jesus für mich?

Johannes schrieb sein Evangelium wohl für Judenchristen, die vor der Entscheidung standen: Sollen wir in Jesus nur einen weiteren Propheten oder den Messias sehen, den besonderen Sohn Gottes? Wer sich heute Christ nennt, für den scheint diese Frage durch die kirchliche Dogmengeschichte vorentschieden. Freilich nur scheinbar, denn die Frage, wer Jesus für einen selbst ist, gilt es auch persönlich zu beantworten. Und da gibt es in unserer eigenen Glaubensgeschichte ebenfalls Entwicklungen, auch bleibende Fragen. Im Exerzitienbuch schlägt Ignatius vor (Nr. 104), vor jeder Betrachtung des Lebens Jesu um „innere Erkenntnis des Herrn“ zu bitten, „damit ich mehr ihn liebe und ihm nachfolge“.

Für Johannes bedeutet glauben können, sehend werden. Auch wenn wir nicht von Geburt an blind sind, so sind wir es doch oft partiell. Wir haben es nötig, dass unsere Augen geöffnet werden. Wir sind zum Beispiel teilweise blind, wenn Vorurteile unseren Blick auf die Wirklichkeit oder auf andere Menschen verstellen – etwa wenn wir meinen, sie seien unsere Feinde, wir könnten ihnen nicht vertrauen. Sehend-Werden heißt, fremdheitsfähig zu werden und in uns die Bereitschaft für ein friedliches Miteinander zu schaffen.

Wann weicht die Nacht dem Tag?

Eine meiner Lieblingsstellen in den Erzählungen der Chassidim von Martin Buber: Ein Rabbi fragt einen gläubigen Juden: „Wann weicht die Nacht dem Tag? Woran erkennt man das?“ Der versucht eine Antwort: „Vielleicht, wenn man den ersten Lichtschimmer am Himmel sieht? Oder wenn man einen Busch schon von einem Menschen unterscheiden kann?“ – „Nein“, sagt der Rabbi, „die Nacht weicht dem Tag, wenn der eine im Gesicht des anderen den Bruder und die Schwester erkennt. Solange das nicht der Fall ist, ist Nacht noch in uns.“

Die vielen Kriege unserer Tage sind Ausdruck dieser Blindheit. Beten wir um das Licht, das sehend macht.

Ihr Rüdiger Funiok SJ, St. Wolfgang


Foto oben: AdobeStock/rockandsea

Porträt Rüdiger Funiok SJ
P. Rüdiger Funiok SJ

One Minute Homily

„Heilung“

Jesus heilt am Sabbat einen Menschen – und schon gibt es einen Konflikt, denn damit hat Jesus die Sabbatruhe gebrochen. Doch der Geheilte stellt sich hinter Jesus und widerspricht den Schriftgelehrten. Für Marc-Stephan Giese SJ zeigt das, wie der Glaube Augen öffnet: Er schenkt Mut, Kraft und Freude am Zeugnis, auch wenn das einmal Konflikt bedeutet.

Hier geht´s zur One Minute Homily

Und hier geht es zum Evangelium dieses Sonntags


Porträt Marc-Stephan Giese SJ
P. Marc-Stephan Giese SJ


Buber-Rosenzweig-Medaille

P. Christian Rutishauser SJ ausgezeichnet

Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich P. Christian Rutishauser SJ für den jüdisch-christlichen Dialog – ob als Judaistik-Professor, Berater für Bischofskonferenzen und den Heiligen Stuhl oder persönlich. Dafür wurde er nun am 8. März in Köln mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet. „Die Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille 2026 ist mir Auftrag“, sagt Pater Rutishauser. „Tragen wir den Dialog in diesen herausfordernden Zeiten weiter.

Lesen Sie hier im Interview mit Pater Rutishauser, warum der jüdisch-christliche Dialog sein Herzensthema ist


Porträt Christian Rutishauser SJ
P. Christian Rutishauser SJ

Beten mit dem Papst

Für Abrüstung und Frieden

Im März bittet Papst Leo XIV. um das Gebet für eine wirksame Abrüstung. Die Verantwortungsträger in der Welt mögen Wege des Dialogs und der Diplomatie vor Gewalt wählen. Auch wenn wir immer zum Gebet für Frieden eingeladen sind, sei es gerade heute besonders dringlich: Viele Menschen auf der ganzen Welt sehnten sich nach wahrer Sicherheit, die auf Vertrauen und Solidarität zwischen den Völkern gründet.

Beten Sie mit diesem Video auf YouTube zusammen mit Papst Leo für Abrüstung und Frieden


Gebets-App

Mit „Click to Pray“ durch den Tag

Die App „Click to Pray“ des Gebetsnetzwerks des Papstes ist eine tägliche Begleitung im Gebet. Dreimal am Tag bietet die App kurze geistliche Impulse, die zur Begegnung mit Jesus im Gebet einladen. „Click to Pray“ ist ein Projekt des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes, das den Jesuiten anvertraut wurde. Es bringt Menschen weltweit im Gebet für Kirche und Welt zusammen.

Hier erfahren Sie mehr und können die App „Click to Pray“ downloaden

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Pater Jan Roser SJ, Socius des Provinzials

Redaktion: Eva-Maria Hartinger, Klaus Voßmeyer
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