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18. April 2026
Ignatianische NachbarschaftsHIlfe
Drei Männer gehen nebeneinander auf einem sandigen Weg.

Sehr geehrte(r) Herr Greiner, 

das Evangelium des Ostermontags von den beiden Emmaus-Jüngern klingt in diesen Tagen nach. Auf dem Weg nach Emmaus begegnen sie Jesus, erkennen ihn aber nicht.

Die Szene zeigt uns ein gemeinsames Gehen. Genauer gesagt, zwei Arten des gemeinsamen Gehens. Da ist das gemeinsame Zurücklegen des Weges, der weg führt von Jerusalem, weg von der Gemeinschaft, weg von den leidvollen Erfahrungen des Freitags und Samstags, weg vom Kreuz. Es ist ein Weg bergab, geografisch und innerlich, die Beine und das Herz schwer von Enttäuschung, Trauer, Bitterkeit: „Wir hatten gehofft, er sei derjenige, der Israel befreien würde …“

Und es gibt noch ein weiteres gemeinsames Gehen, das der Rückkehr, spät in der Nacht, nach Jerusalem, zur Gemeinschaft, zum Leben. Dunkelheit ringsum, die Straße bergauf, aber Beine, die fliegen, Augen, die vor Freude funkeln, und Herzen, die von einer Begegnung entflammt sind, die die inneren Sinne befreit, sie für das Licht öffnet und ein unbändiges Verlangen weckt, es anderen mitzuteilen.

Eine Begegnung, die verändert

Zwischen den beiden Wegen liegt eben diese Begegnung. Aus den beiden Wanderern werden drei. Der dritte nähert sich den beiden auf ihrem Weg bergab. Er verlangt keine Kursänderung, er steigt mit ihnen hinab, hört zu, bis sich der Raum für eine Frage öffnet: „Was sind das für Gespräche, die ihr unterwegs miteinander führt?“ Behutsam, respektvoll, mit Würde. So können sie das Herz von dem Schmerz befreien, der es belastet und die Sicht versperrt.

Und sie wünschen sich: „Bleib bei uns, denn es wird Abend und der Tag neigt sich dem Ende zu.“ Gott kommt herein und bleibt. Er bleibt bei ihnen, dort, wo es weh tut. Die beiden Jünger entdecken, dass sie von Jesus gesucht, erreicht und geheilt wurden, weil er mit ihnen in ihre Trauer hinabgestiegen ist. Nun haben sie keine Angst mehr vor der Nacht: Jesus ist bei und in ihnen. Es drängt, sofort nach Jerusalem zurückzukehren, zusammenzukommen, sich wiederzufinden, gemeinsam zu gehen und allen mitzuteilen, dass die Nacht nun hell ist.

Es gibt ein gemeinsames Aufbrechen, das zwar anstrengend ist, aber von der Freude beseelt ist, die unseren Füßen und unserem Herzen Flügel verleiht. So zu sein: wie gebrochenes Brot zu werden, es mit anderen zu teilen, besonders mit jenen, die verwundet oder verwundbar sind. Das ist ein Glaube, der ausstrahlt und belebt.

Ihr Hans Zollner SJ, Rom


Foto oben: AdobeStock/KI-generiert

Porträt Hans Zollner SJ
P. Hans Zollner SJ

One Minute Homily

„Wo die Fische sind“

Für Fabian Retschke SJ zeigt die österliche Taufbewegung vieler junger Menschen, was geschieht, wenn Kirche auf die Stimme Jesu hört: nicht wild herumrudern, sondern ins Boot steigen, zur Ruhe kommen und aufmerksam werden für das, was um uns geschieht. Wer sein Netz dort auswirft, wohin Christus ruft, erlebt, dass Glaube Menschen anzieht und trägt.

Hier geht´s zur One Minute Homily

Und hier geht es zum Evangelium dieses Sonntags


Porträt Fabian Retschke SJ
P. Fabian Retschke SJ


Spendenprojekt

Philippinen: Auf kahlem Boden wächst Zukunft

Im Dorf Bendum auf den Philippinen engagiert sich die junge Generation der Pulangiyen für ihren Wald – und damit für eine selbstbestimmte Zukunft. Während Abholzung den Menschen dort bis in die 1990er-Jahre ihre Lebensgrundlage nahm, erzählen junge Bäume heute eine andere Geschichte. Bei dem Einsatz für ihren Lebensraum und ihre Gemeinschaft erhalten die Pulangiyen Unterstützung durch das Hilfswerk jesuitenweltweit Schweiz.

Unterstützen Sie die Pulangiyen, ihren Lebensraum zu sichern




Menschen unterschiedlichen Alters im Dorf Bendum bei einer Gemeindeversammlung, im Hintergrund sind Bäume zu sehen.


Papst Franziskus

Andreas Batlogg SJ: „Ja, ich vermisse ihn“

Der Vatikanexperte P. Andreas Batlogg SJ hat Papst Franziskus viele Jahre lang als Autor und Kommentator begleitet. Ein Jahr nach dessen Tod blickt er auf das Pontifikat zurück. „Mir fehlen seine kantigen Sprüche, seine jeden salbungsvollen Tonfall vermeidende Sprache, seine spontanen, oft überfordernden Initiativen“, schreibt Pater Batlogg. In seinem Gastbeitrag erklärt er, warum es ohne Franziskus keinen Papst Leo gäbe.

Lesen Sie hier den Beitrag von Pater Batlogg


Podcast

Zeiten des Aufatmens: Bibel

Für manche ist die Bibel ein staubiges Regelwerk oder nur ein historisches Dokument. Aber was wäre, wenn wir sie als lebendiges Gegenüber begreifen? Das fragen P. Christian Modemann SJ und Medienmacher Christian Busemann in der neuen Folge ihres Podcasts „Zeiten des Aufatmens“. Sie haben Tipps, wie der Einstieg in biblische Texte gelingt, auch wenn sie auf den ersten Blick fremd wirken, und erzählen von persönlichen Lieblingsstellen aus der Heiligen Schrift.

Hören Sie hier die neue Folge von „Zeiten des Aufatmens“ zur Bibel

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Pater Jan Roser SJ, Socius des Provinzials

Redaktion: Eva-Maria Hartinger, Klaus Voßmeyer
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